Warum wird mein Baby nachts so oft wach?

Das riesige Thema „Baby Schlaf“ beschäftigt wohl nahezu alle Eltern. Dazu gibt es so viele Fragen und dazu findet man auch tausende von Antworten. Jeder hat eine eigene Meinung dazu und jeder gibt andere Tipps.

Und das ist auch gut so, denn jedes Kind ist anders und jedes Kind hat seinen eigenen Schlafrhythmus.

Es ist ein sehr umfangreiches Thema. Eine wichtige und sehr häufige Frage dazu ist, warum werden Babys nachts so oft wach?

Warum schlafen sie nicht einfach durch und dafür tagsüber nicht so häufig?

So einfach ist das leider nicht. 

Denn es gibt wichtige Gründe, warum das Baby nachts so oft wach wird.

Warum wacht mein Baby nachts so oft auf?

Zuerst einmal sollten wir uns vor Augen führen, warum das eigentlich so ist.

In den ersten 1-2 Monaten, ist die „an komm Phase“. 

In dieser Zeit läuft nichts geregelt oder mit einer Routine ab. Es wird geschlafen, wann und wo auch immer das Baby gerade müde ist. Sei es auf dem Arm der Eltern, im Stubenwagen, im Auto oder im Babybett.

Babys sind in den ersten 2 Monaten nur etwa 4-8 Stunden pro Tag wach.

Da noch kein Tag-Nacht- Rhythmus existiert, ist es völlig normal, dass die Kleinen auch nachts öfter wach werden.

Dies ist sogar für ihr Überleben und ihre Entwicklung notwendig und von Natur aus so gegeben. 

Sie fallen in keinen Tiefschlaf, wie wir. Durch ihren leichten Schlaf werden sie schnell wach, wenn sie Hunger haben, die Windel voll ist oder durch Geräusche.

Es gibt natürlich durchaus auch Babys, die von Geburt an durchschlafen. Wie gesagt, jedes Kind ist anders.

Übrigens spricht man bei Babys schon von Durchschlafen, wenn sie 6 Stunden am Stück schlafen.

Wie schaffe ich es, dass mein Baby nachts länger schläft? 

Mit ungefähr 2- 3 Monaten, ist die Entwicklung meist so weit, um eine gewisse Routine einhalten zu können. Die Kleinen wissen dann, dass um diese Uhrzeit die „zu Bett geh Zeit“ ist und werden auch morgens meist um dieselbe Zeit wach.

Auch tagsüber gibt es bestimmte Zeiten, in denen das Baby Schlaf benötigt. Wenn man hier eine Routine eingeführt hat und diese konsequent einhält, merkt man meist auch, dass der Nachtschlaf sich dadurch verbessert.

Wird das Kind nachts auch in einem geregelten Rhythmus wach, weil es Hunger hat, sollte man diesen unbedingt einhalten. 

Manches Mal ist es aber kein Hunger, sondern das Baby hat sich daran gewöhnt, um diese Zeiten wach zu werden.

Wenn es einen Schnuller nimmt, reicht es oft schon, diesen zu geben, um wieder zurück in den Schlaf zu finden. Das könnte man einige Male versuchen.

Oft reicht es auch, wenn die Kleinen einfach merken oder spüren, dass jemand da ist. Durch leise „Psst“ Geräusche oder ein Summen, durch leichtes Streicheln oder leichtes Popo klopfen, finden viele wieder schnell zurück in den Schlaf.

Wacht es immer wieder auf, kann man davon ausgehen, dass es tatsächlich Hunger hat. Ist dies der Fall, könnte man auch versuchen, die letzte Still- oder Flaschenmahlzeit auf einen späteren Zeitpunkt zu legen.

Ab dem 4. Monat sollten sich die Fläschchen bzw. Stillabstände besonders nachts verlängern. Ist dies nicht der Fall, kann man versuchen, tagsüber öfter die Brust oder das Fläschchen anzubieten, um am Tag auf eine größere Nahrungsmenge zu kommen.

Was tun, wenn das Kind nachts ständig wach wird?

Man sollte in erster Linie versuchen, den Grund dafür herauszufinden.

Meist gelingen die ersten Durchschlaferfolge erst mit 6 Monaten. Zwischen dem 7. und 9. Monat schlafen die Hälfte der Babys durch und brauchen nachts keine Nahrung mehr.

Doch Babys werden nicht nur wegen Hunger wach, auch andere Faktoren können hier eine Rolle spielen.

Ein Grund könnte sein, dass das Baby nicht von alleine wieder zurück in den Schlaf findet. 

Die Kleinen werden nachts genauso wie wir auch immer wieder mal kurz wach. Wir merken das meistens gar nicht, drehen uns um und schlafen direkt weiter.

Doch Babys sind es oft gewohnt, abends zum Einschlafen eine Melodie oder beruhigende Geräusche zu hören. Manche schlafen mit einem Nachtlicht ein, werden auf dem Arm in den Schlaf geschaukelt oder schlafen beim Stillen ein.

Wird das Baby in der Nacht wach, brauchen manche genau die Situation, die sie abends beim Einschlafen hatten, um wieder zurück ins Land der Träume zu finden.

Also entweder man ändert abends die Einschlaf-Routine oder man muss in der Nacht das Baby genauso wieder zurück in den Schlaf begleiten. 

Es gibt Spieluhren und Nachtlichter, die sich durch die Geräusche und Bewegung wieder einschalten. So etwas könnte ebenfalls Abhilfe schaffen.

Ein weiterer Grund könnte sein, dass es nachts zu viel verarbeiten muss und deshalb unruhig wird und sich dadurch selbst weckt.

Es kann daran liegen, dass das tägliche Programm zu viel für das Kleine ist.

Man sollte versuchen, ein paar ruhigere Tage in der Woche einzuführen oder welche, an denen man einfach zu Hause ist.

Nachts ist es dann wichtig, einfach für das Kind da zu sein, es versuchen zu beruhigen und damit sollte schon begonnen werden, sobald man bemerkt, dass es unruhig wird. 

Sanft streicheln oder die Hand auf die Brust legen, damit es merkt, es ist nicht alleine. Ist es bereits ganz wach, kann man es auch ein bisschen herum tragen, es stillen oder die Flasche geben. 

Einfach alles versuchen, damit sich das Kind wieder entspannt.

Es kann auch sein, dass das Kind schlichtweg tagsüber zu viel schläft. Macht ein 10 Monate altes Kind z.B.: Einen 3-Stündigen Mittagsschlaf, könnte man versuchen, diesen auf 2 Stunden zu kürzen.

Warum schläft mein Baby auf einmal nicht mehr durch?

Hatte das Kind immer einen guten Schlafrhythmus und plötzlich wacht es ständig auf, kann das auch folgende Gründe haben.

  • Entwicklungsschub: Diese Schübe machen alle durch, bei den einen werden sie mehr bemerkt, bei den anderen kaum. Die Kleinen lernen in dieser Zeit ganz viel Neues und das muss verarbeitet werden, was häufig nachts passiert.
  • Zahnen: Zwischen dem 3. und 5. Monat beginnen die Zähne einzuschießen oder gar bereits durch zu brechen. Das ist leider eine schmerzhafte und quälende Zeit für die Kleinen.
  • Krankheit
  • Blähungen

Es gibt viele Möglichkeiten, warum ein Kind nachts wach wird und auch viele Tipps, die man ausprobieren kann. Wichtig ist, nicht die Nerven zu verlieren und wenn man ein wenig versteht, warum es vielleicht ständig wach wird, kann man auch besser damit umgehen.